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Frank Laramy

Doc Holliday Classic 26 – Western

Der Bostoner Zahnarzt war einer der berüchtigtsten Revolverschwinger seiner Zeit. Beidhändig schoss er sich seinen Weg frei. Ohne sein Markenzeichen, zwei versilberte Six-Guns, ging er nicht vor die Tür. Gehen Sie mit und erleben Sie fesselnde Abenteuer seiner Zeit.

Wie ein Adlerhorst hing die steingraue Hütte oben in den Berghängen der Sierra Blanca Peaks. Sie war aus verwitterten Steinen zusammengefügt, aber so massiv, daß sie auch den tosenden Winterstürmen Trotz bieten konnte. In dreitausend Yards Höhe hauste hier ein Mann. Er war nicht immer in dieser einsamen Hütte, oft blieb er ihr monatelang fern, aber er kehrte stets wieder dorthin zurück. Als am Morgen dieses Tages der Glutball der aufgehenden Sonne den Berg in einen Vulkan zu verwandeln schien, stand der Mann auf der Schwelle seiner Hütte. Er war halb wie ein Indianer und halb wie ein Weißer gekleidet. Die kleinen Füße steckten in Mokassins,a darüber trug er eine Hirschlederhose, die an den Seiten mit Leggins besetzt war. An einem breiten, reichverzierten mexikanischen Waffengurt baumelte im Halfter ein schwerer 45er Revolver. Doch das war nicht die einzige Waffe, die der Coltgurt hielt: Hinten, auf der linken Rückseite, war ein kleineres Halfter direkt auf den Gurt gesteppt — ein 42er Colt steckte in diesem Halfter, und das war die gefährlichste Waffe dieses Mannes. Wer ihn nicht kannte und ihm im Gunfight gegenüberstand, der ahnte nichts von diesem verborgenen Revolver. Aber wer im Westen kannte ihn nicht? Indian Charly! Wer hatte nicht schon von dem gefährlichen Mestizen gehört? Wer wußte nicht, daß Indian Charly einer der sichersten Messerwerfer des Westens war? Aber gesehen, bewußt gesehen, hatten diesen Mann nur wenige, und von den wenigen lagen die meisten bereits fünf Fuß tief unter der Erde. Jene Männer kannten das schlanke, bronzefarbene Gesicht, die kohlschwarzen Schlitzaugen, die leicht gebogene Nase und den schmallippigen Mund, aber sie hatten das Geheimnis dieses Mannes mit ins Grab genommen. Indian Charly hieß in Wirklichkeit Florentino Cruz. Sein Vater war Mexikaner und seine Mutter eine Comanchen-Squaw gewesen, er hatte sie beide nie gekannt. Indian Charly war aufgewachsen wie ein streunender Hund. Bei den Comanchen hatte es den wilden Burschen nicht lange gehalten.
114 Druckseiten
Ursprüngliche Veröffentlichung
2021

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