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Carmen von Lindenau

Die neue Praxis Dr. Norden 18 – Arztserie

Lydia wird zu einem Feuerwehreinsatz gerufen. In der Nachbarschaft der Praxis brennt eine Wohnung im ersten Stock eines Zweifamilienhauses. Die alte Greta, die im ersten Stock wohnt, kommt während des Feuerwehreinsatzes vom Einkaufen zurück und muss sich damit abfinden, dass sie ihre Wohnung erst einmal nicht mehr betreten darf. Ela, Gretas Nichte, die in der Nähe wohnt, bietet ihrer Tante an, erst einmal bei ihr zu wohnen. Thorsten, der das Haus von seinem kürzlich verstorbenen Vater geerbt hat, bewohnt das Erdgeschoss. Er hat den Brand bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Thorsten lässt durchblicken, dass Greta wohl nicht mehr ganz bei sich sei und vermutlich den Brand durch ihre Vergesslichkeit verursacht habe. Er erzählt von den Kerzen, die Greta morgens und abends ins Fenster stellt und die sie wohl an diesem Morgen brennen ließ, als sie aus dem Haus ging. Da Greta eine Patientin der Praxis Dr. Norden ist, spricht Lydia mit Daniel über den Verdacht des Vermieters. Sie sind sich einig darüber, dass Greta bei ihrem letzten Besuch in der Praxis, der drei Monate zurückliegt, keinerlei Anzeichen einer Demenz zeigte. Daniel Norden hat seine Zweifel an der Version des Vermieters. Der Brandursachenermittler Leon steht ebenfalls vor einem Rätsel.

«Tut mir leid, Sophia, ich muss los, ein Wohnungsbrand in der Beethovenstraße. Sagst du bitte Daniel Bescheid», bat Lydia ihre Kollegin, als sie die Nachricht auf ihrem Handy erreichte, dass die Feuerwehr ausrücken musste. “Alles klar, pass auf dich auf.” “Das mache ich doch immer”, versicherte ihr Lydia. Sie eilte in das Garderobenzimmer neben der Praxisküche, holte ihre Jacke und ihre Handtasche und verließ im Laufschritt die Praxis. “Brennt's?”, fragte eine ältere Frau im grauen Kostüm, die aus dem Wartezimmer kam, auf dem Weg ins Sprechzimmer war und Lydia davoneilen sah. “Nicht hier bei uns, Frau Leinberger”, antwortete Sophia Daniels Patientin, die in der Nachbarschaft wohnte. “Wie beruhigend”, murmelte Frau Leinberger, die sich offensichtlich etwas genauere Informationen versprochen hatte. Ja, es ist beruhigend, dachte Sophia, als Frau Leinberger weiterging. Sie hatte von Lydia gelernt, niemals den Brandort preiszugeben, um den Ansturm von Neugierigen zu vermeiden. Feuer übte auf viele Menschen eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus, manche faszinierte das Feuer an sich, andere waren einfach nur sensationslüstern. Sophia war es gewohnt, dass Lydia als aktives Mitglied der Feuerwehr hin und wieder überraschend die Praxis verlassen musste. Die meisten Patienten bewunderten Lydias Engagement bei der Feuerwehr und beschwerten sich nicht, wenn es in so einem Fall mit der Rezeptausstellung oder den Blutentnahmen im Labor ein bisschen langsamer vorwärtsging. Meistens kam Lydia auch nach ihrem Einsatz wieder zurück, was an diesem Nachmittag aber nicht nötig war, da es bereits nach vier war und die Sprechstunde um fünf Uhr endete. In dem Wartezimmer mit den gelben Sesseln und dem dunklen Laminatboden, das durch eine Glaswand von der hellen Empfangsdiele mit dem modernen weißen Tresen getrennt war, saßen nur noch drei Patienten, ein junger Mann und zwei Frauen um die sechzig.
92 Druckseiten
Ursprüngliche Veröffentlichung
2021

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