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Joseph Roth

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Luis Alvhat Zitat gemachtvor 5 Monaten
Er brach ab. Zwischen seinen bebenden Lippen formten sich lautlose Worte, taube Worte, taube Schatten von tauben Lauten. Plötzlich füllten sich seine Augen mit einem warmen Wasser, und ein lautes Stöhnen kam aus seiner Brust. Er wollte aufstehn und weglaufen, denn er schämte sich sehr. Ich weine ja! dachte er, ich weine ja! Er fühlte sich ohnmächtig, grenzenlos ohnmächtig gegenüber der unbegreiflichen Macht, die ihn zwang zu weinen. Er lieferte sich ihr willig aus. Er ergab sich der Wonne seiner Ohnmacht. Er hörte sein Stöhnen und genoß es, schämte sich und genoß noch seine Scham. Er warf sich dem süßen Schmerz in die Arme und wiederholte sinnlos, unter fortwährendem Schluchzen, ein paarmal hintereinander: "Ich will nicht, daß du stirbst, ich will nicht, daß du stirbst, ich will nicht! Ich will nicht!"
Luis Alvhat Zitat gemachtvor 5 Monaten
Alles, was wuchs, brauchte viel Zeit zum Wachsen; und alles, was unterging, brauchte lange Zeit, um vergessen zu werden. Aber alles, was einmal vorhanden gewesen war, hatte seine Spuren hinterlassen, und man lebte dazumal von den Erinnerungen, wie man heutzutage lebt von der Fähigkeit, schnell und nachdrücklich zu vergessen.
Luis Alvhat Zitat gemachtvor 5 Monaten
Er aber suchte nach irgendeiner schwierigen Aufgabe. Er suchte in Wirklichkeit nach einer freiwilligen Buße. Er hätte es niemals ausdrücken können, aber wir können es ja von ihm sagen: Es bedrängte ihn unsäglich, daß er ein Werkzeug in der Hand des Unglücks war.
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