Reinhard Brandt

Die Macht des Vierten

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In den neun Beiträgen dieses Bandes wird die Bedeutung der Denkfigur des Vierten in der Philosophie seit Platon bis Schopenhauer exemplarisch demonstriert, herausgestellt und reflektiert. /

1, 2, 3 / 4: Drei Dinge werden aufgeführt, aber ihr Grund oder Zweck, ihre dirigierende Einheit liegt im abschließenden Vierten.

Diese von Homer bis Platon, von den Heiligen Königen bis zum Vierten Stand des Proletariats wirksame Gestaltung einer Vielheit als Einheit ist weder logisch noch mathematisch begründet und ist so der Selbstreflexion der europäischen Kultur fast gänzlich entgangen. Dennoch ist sie eine immer wiederkehrende Konstellation, die in der Dichtung, den Institutionen und der Bildkunst als schlüssige Komposition dient; sie formt den Inhalt und gehört zu ihm.

In dem vorliegenden Band werden exemplarische Texte und Institutionen genannt und analysiert: Homer, besonders die Odyssee, und die Tragiker, Platon, Cusanus, Kant, Goethe, Hölderlin, Schelling, Schopenhauer; die Universität und andere Institutionen des Staats. Der Band soll die Aufmerksamkeit auf diese und verwandte Kompositionsformen richten. Sein Nutzen liegt außer in derjenigen für die historische Forschung in der Heuristik, und er macht durch die vielen Fälle auf neue, auch triviale Kompositionen z. B. in der Reklame bis hin zu den ›Golden Girls‹ aufmerksam.

Inhalt:

Andree Hahman: Wird mit der Vier alles gut? Platon über Gerechtigkeit und Einssein

Rebecca Lämmle: Quartum datur: Das Satyrspiel in der tragischen Tetralogie

Hans Gerhard Senger: Die Bedeutung des Quaternars bei Cusanus

Harald Schwaetzer: 3,4,7 — Die Konzeption von Seele in der frühniederländischen Malerei

Reinhard Brandt: Die vielfältige Verwendung der 1, 2, 3 / 4 — Konstellation in Kants Philosophie

Ulrike Santozki: Die Macht des Vierten bei Johann Wolfgang von Goethe

Johann Kreuzer: 'Wir sprachen nicht immer accordirend miteinander.
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486 Druckseiten
Ursprüngliche Veröffentlichung
2013

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