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Veronika Weydt

Mami Jubiläum 6 – Familienroman

Die Familie ist ein Hort der Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit. Wir alle sehnen uns nach diesem Flucht— und Orientierungspunkt, der unsere persönliche Welt zusammenhält und schön macht. Die Familie gibt Freude, die richtige Schulter zum Anlehnen und Ausweinen, und sie gibt dem Leben seinen Sinn. Das wichtigste Bindeglied der Familie ist Mami. Sie sorgt für das Glück in einer heilen, intakten, liebevollen Familie. In diesen herzenswarmen Romanen wird davon mit meisterhafter Einfühlung erzählt. Die Romanreihe Mami Jubiläum setzt einen unerschütterlichen Wert der Liebe, begeistert die Menschen und lässt sie in unruhigen Zeiten Mut und Hoffnung schöpfen. Kinderglück und Elternfreuden sind durch nichts auf der Welt zu ersetzen. Genau davon kündet Mami Jubiläum.

«Ich sehe nach, ob er Zeit für dich hat, Mutter. Bleib am Apparat, ja?» Jonas Rügele stieß mit dem wollbesockten dicken Zeh die angelehnte Zimmertür seines Sohnes an und lugte hinein. “So, ich bin jetzt da”, informierte er seine Mutter, als habe sie sich unnötig lange in Geduld üben müssen. Tatsächlich hatte Jonas nur sein Schlaf— und Arbeitszimmer verlassen, war einen Schritt in den winzigen Flur und einen weiteren in Moses' Reich hineingegangen. Jonas' achtjähriger Sohn hatte über den Hausaufgaben gesessen und sah nun vom Schreibtisch auf. Oma, formten seine Lippen lautlos; es war ihre übliche Zeit, den aktuellen Gesundheitszustand und ihre Tagesverfassung an die Verwandtschaft weiterzugeben. Zwischen dreizehn und fünfzehn Uhr galt nämlich im Rehabilitationszentrum Mittagsruhe — nicht so für Oma, die gar nicht daran dachte, sich mit einem vorgeschriebenen Mittagsschläfchen zur tattrigen Greisin machen zu lassen. «Du, Mutter, er steckt gerade mitten in den Vorbereitungen zu einem mehrstündigen Referat. Die Note fließt natürlich in die Jahresendbeurteilung ein, und wir fürchten, er verliert sein Anrecht auf einen Studienplatz, wenn du ihn jetzt unterbrichst. Lass mich dir eben noch das Thema nennen, dann versuchst du es einfach zu einem späteren Termin.” Jonas liebte es, seine Mutter zu foppen. “Moses, was war es gleich, was du da recherchierst?” “Ich soll Tierpaare auf die Arche Noah malen und zu jedem ein Adjektiv schreiben.” Er hob ein Arbeitsblatt mit der idealisierten Frontansicht eines wackeligen Holzkahns an. Bis jetzt hatte Moses so etwas wie einen bunten Gockel und eine Henne zustande gebracht, und sein Vater tippte bei den großen runden Vierbeinern auf ein Elefantenpärchen, allerdings fehlten die Rüssel. «Oma stört nicht, gib sie mir ruhig. Vielleicht weiß sie noch ein paar Adjektive.” “Er will mit dir reden”
111 Druckseiten
Ursprüngliche Veröffentlichung
2020

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