Bücher
Michaela Dornberg

Der neue Sonnenwinkel 90 – Familienroman

Roberta erhält die Bewerbung eines Kollegen, die sie umhaut. Es ist der Fremde, der vor dem Doktorhaus stand und sich nach ihr erkundigte. Doch ehe sie sich damit beschäftigen kann, bekommt sie eine Nachricht von Nicki, die am nächsten Morgen vom Flughafen abgeholt werden will. Roberta erlebt dort die nächste Überraschung. Nicki ist nicht allein, sie hat an der Hand ein kleines Mädchen. Olivia und Nicki selbst scheinen sehr glücklich zu sein. Robertas Sorgen schwinden, sie freut sich für ihre Freundin. Ob Nicki auf diese Weise endlich dauerhaft glücklich wird? Aus beruflichen Gründen ist Nicki dann gezwungen, Hals über Kopf mit der kleinen Olivia nach Hause zu fahren. Dort erlebt sie ein Fiasko. Die kleine Olivia fürchtet sich in dem großen Loft. Jetzt fangen die Probleme erst richtig an.

Roberta wollte den heruntergefallenen Briefumschlag wieder zu der übrigen Post legen. Sie zögerte einen Augenblick, dann änderte sie ihre Meinung, sie nahm den Brief mit, nur diesen einen Brief. Beinahe automatisch schaute Roberta erneut auf den Absender. So sehr sie sich allerdings auch den Kopf zerbrach, der Name, ein wohlklingender Name, den man sich durchaus einprägen konnte, sagte ihr noch immer nichts. Eines ­allerdings fiel ihr auf, und eigentlich waren es Nebensächlichkeiten, die allerdings manchmal, warum auch immer, so etwas wie eine Eigendynamik entwickeln konnten, an Bedeutung gewannen. So schien es auch hier zu sein. Wer immer dieser Florian Andresen auch sein mochte und was auch immer er von ihr wollte: Er besaß ein Umweltbewusstsein. Er hatte einen braunen Umweltbriefumschlag verwandt, einen aus recyceltem Papier. Roberta erkannte es sofort, weil auch sie derartige Umschläge, wenn möglich, verwandte. Und ja, da gab es noch etwas. Dieser Florian Andresen besaß eine sehr schöne, eine ausgeprägte, energische, eine männliche Handschrift. Ein wenig erinnerte Roberta diese Handschrift an die von Lars. Sie spürte, wie sie drauf und dran war, sich in Erinnerungen zu verlieren, und das durfte jetzt nicht sein. Sie durfte nicht immer wieder Rückschlüsse auf Lars ziehen, bei einer Handschrift schon überhaupt nicht. Es gab sehr viele schöne Handschriften. Es waren halt diese zwei Dinge, die auffielen, da war einmal der Briefumschlag, und dann war es halt die Schrift. Was früher eine Selbstverständlichkeit gewesen war, wo niemand darauf geachtet hatte, erweckte heutzutage Neugier. Das mochte durchaus daran liegen, dass kaum noch Briefe und Postkarten geschrieben und verschickt wurden. Diese Art der Kommunikation hatte allgemein an Bedeutung verloren, die Jugendlichen kannten sie nicht einmal, und wenn sie davon hörten, lächelten sie allenfalls müde. Man schickte sich SMS, mailte oder man skypte.
113 Druckseiten
Ursprüngliche Veröffentlichung
2021

Verwandte Bücher

Ersteindruck

    👍
    👎
    💧
    🐼
    💤
    💩
    💀
    🙈
    🔮
    💡
    🎯
    💞
    🌴
    🚀
    😄

    Wie Ihnen denn das Buch gefallen?

    Anmelden oder registrieren
fb2epub
Ziehen Sie Ihre Dateien herüber (nicht mehr als fünf auf einmal)