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Viola Maybach

Der kleine Fürst 261 – Adelsroman

Viola Maybach´s Topseller. Alles beginnt mit einem Schicksalsschlag: Das Fürstenpaar Leopold und Elisabeth von Sternberg kommt bei einem Hubschrauberunglück ums Leben. Ihr einziger Sohn, der 15jährige Christian von Sternberg, den jeder seit frühesten Kinderzeiten «Der kleine Fürst» nennt, wird mit Erreichen der Volljährigkeit die fürstlichen Geschicke übernehmen müssen.

Viola Maybach hat sich mit der reizvollen Serie «Der kleine Fürst» in die Herzen der Leserinnen und Leser geschrieben. Der zur Waise gewordene angehende Fürst Christian von Sternberg ist ein liebenswerter Junge, dessen mustergültige Entwicklung zu einer großen Persönlichkeit niemanden kalt lässt. Viola Maybach blickt auf eine stattliche Anzahl erfolgreicher Serien zurück, exemplarisch seien genannt “Das Tagebuch der Christina von Rothenfels”, “Rosenweg Nr. 5”, «Das Ärztehaus” und eine feuilletonistische Biografie. «Der kleine Fürst” ist vom heutigen Romanmarkt nicht mehr wegzudenken.

«Ich bin froh, dass du rechtzeitig zurückgekommen bist, Kind», sagte Amanda von Ziehenthal. Ihre Enkelin Constanze zog fragend die Augenbrauen in die Höhe. "›Rechtzeitig‹? Was soll das denn heißen, Omi?" Die alte Dame lächelte. Sehr schmal sah sie aus, wie sie in ihrem breiten Bett mehr saß als lag, denn ihren Rücken stützten mehrere dicke Kissen. Das war ihr in diesen Tagen die liebste Position. Ihre weißen Haare waren perfekt frisiert, über ihrem Nachthemd trug sie ein gestricktes Bettjäckchen gegen die Kühle im Zimmer. Draußen war es für Herbst zwar ungewöhnlich milde, aber im Ziehenthal-Schlösschen vor den Toren von Sternberg war davon nicht viel zu merken. «Du weißt, was das heißen soll, Kind, du bist ja nicht dumm.» Constanze biss sich auf die Lippen, um nichts Unbedachtes zu erwidern, während sie gleichzeitig mit den Tränen kämpfte. Sie hatte in den letzten Jahren in New York gelebt und dort bei einer Bank gearbeitet. Es war eine aufregende Zeit gewesen, aber sie hatte immer gewusst, dass sie auf Dauer nicht bleiben, sondern nach Deutschland zurückkehren würde. Ihre Freundinnen, selbst längst in alle Welt verstreut, hatten sie nicht verstanden. «Wieso willst du weg aus New York? Das ist die aufregendste Stadt der Welt, du hast da einen tollen Job, du kannst dir sogar eine gute Wohnung leisten — was willst du denn mehr?» Die Antwort war ihr leicht gefallen: Sie wollte nach Hause, zumal sie gespürt hatte, dass es ihrer geliebten Großmutter in den letzten Monaten nicht mehr gut gegangen war. Nicht, dass Amanda jemals geklagt hätte, nichts lag ihr ferner. Aber auf einmal hatten ihre schriftlichen Nachrichten anders geklungen und wenn sie übers Internet telefoniert hatten, war Constanze aufgefallen, dass sich auch ihre Gesichtszüge zu verändern begannen.
92 Druckseiten
Ursprüngliche Veröffentlichung
2020

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