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Steven MacDonald

Die Mutter

Wie seltsam dies alles war am Tage, der dieser Nacht voraufging! Und wie es mir jetzt, da ich den verfallenden Stimmen nachlausche, als ein gleichgestimmter Klang erscheint! Gell, schneidend, aufrührend! In blanker Frühe die Nachricht vom Ausbruch der Revolution. Tagsüber der schreiende Regensturm in den gekrümmten Gassen der alten Seestadt. Am wundgepeitschten Abend die Aufführung des gewalttätigen Stückes, dem die Menge zum Schluß wie in Besessenheit Beifall kreischte. Und endlich der Rausch der drei Jünglinge neben mir beim Heimweg im wehen Abendnovember!


Oft, im schleichenden Gehen der langen, unendlichen Jahre des Krieges hatte ich in Gedanke und Rede dem Wunsche Ausdruck gegeben, sie mögen ein Ende machen, die Soldaten aller Länder. Unpolitischer als ein halbwüchsiger Knabe, hatte ich mit diesem Anruf einer fremden Macht gespielt, wie ein geschlagenes Kind etwa, das, um straffrei zu bleiben, Kaiser zu werden bittet. Nun meiner Bitte Gewährung geschah, stehe ich diesem Zustand genau so verängstet, genau so hilflos gegenüber wie das Kind, dem kaiserliche Gewalt verliehen wäre.


87 Druckseiten
Ursprüngliche Veröffentlichung
2020

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