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Viola Maybach

Der neue Dr. Laurin 17 – Arztroman

Die sensible Nina Erichsen war erst vierzehn, als sie ihre noch sehr­ junge Mutter Valerie durch Krebs verloren hat. Seitdem ist sie mit ihrem Stiefvater Per, den ihre Mutter erst drei Jahre vor ihrem Tod geheiratet hatte, allein. Sie haben sich immer gut verstanden, aber jetzt, sechs Jahre später, verändert sich ihre Beziehung. Eines Tages begreift Per, dass seine Gefühle für Nina nicht länger väterlicher Natur sind. Sie ist ernster als andere ihres Alters; wenn er mit ihr zusammen ist, vergisst er regelmäßig, dass sie so viel jünger ist als er. Seine Erkenntnis macht ihn unglücklich. Was soll aus dieser Liebe werden? Nina sieht den Vater in ihm, was auch sonst? Er bittet sie, sich eine eigene Wohnung zu suchen — eine Bitte, die sie zutiefst verletzt. Sie fühlt sich weggestoßen und im Stich gelassen. Er ahnt nicht, dass Nina sich mit ähnlichen Gedanken plagt wie er. Bei einem Besuch in Leon Laurins gynäkologischer Sprechstunde bricht die Wahrheit aus ihr heraus. Leon bleibt ruhig und fragt sie, was an dieser Liebe so schlimm wäre. Doch ausgerechnet jetzt tritt eine frühere Freundin wieder in Pers Leben.

Der junge Mann stieß einen Schmerzensschrei aus, als ihn Alina Braunmühls Tasche traf, die sie sich mit Schwung über die Schulter hatte hängen wollen, während sie im Laufschritt über den Gehweg eilte. Die Tasche war leider nicht auf ihrer Schulter, sondern im Gesicht des Mannes gelandet. Sie drehte sich erschrocken zu ihm um und sah, dass er sich eine Hand schützend über das linke Auge hielt. «Meine Güte, ich bitte vielmals um Entschuldigung, ich habe einfach nicht aufgepasst. Habe ich Sie verletzt?» Sie sah, dass sein Auge tränte, als er die Hand sinken ließ, um nach einem Taschentuch zu suchen. Er versuchte trotzdem zu lächeln. “Geht schon”, sagte er. “Aber Sie sollten wirklich besser aufpassen, bevor Sie ernsthaft Unheil anrichten.” «Ich weiß", sagte sie zerknirscht, «solche Dinge passieren mir leider öfter. Ich bin in Gedanken, und zack, schon habe ich wieder etwas angerichtet. Komischerweise passiert mir das nie, wenn ich arbeite, nur im Privatleben.” Sie zögerte kurz. «Zeigen Sie mal Ihr Auge her. Vielleicht müssen Sie zum Arzt.” “Arzt bin ich selbst”, erwiderte er, «wenn auch kein Augenarzt. Aber keine Sorge, ich kann schon beurteilen, ob ich in Behandlung muss oder nicht.
94 Druckseiten
Ursprüngliche Veröffentlichung
2020

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