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Stefanie Valentin

Heimat-Heidi 47 – Heimatroman

Mit viel Herz und Verstand geht die Heimat-Heidi zur Sache, denn sie ist eine schöne Wirtin voller Tatendrang, die ihren Gästen und Mitmenschen jederzeit hilfreich zur Seite steht. Unterstützt, wenn auch nicht unbedingt immer in ihrem Sinne, wird Heidi dabei von ihrer nicht ganz volljährigen Tochter Steffi, einem feschen Mädel mit losem Mundwerk, und ihrer Mutter Luise, die keineswegs gewillt ist, kürzerzutreten und Heidi mit der Leitung des Bergerhofs alleinzulassen. Für schwungvollen, heiteren Familienzündstoff ist also bei aller Herzenswärme unserer Titelheldin jederzeit gesorgt!

Die Bergerhof-Heidi kam in die Küche zu Luise, hielt ihr einen Briefbogen hin und sagte: “Schau mal.” Die Seniorchefin des Bergerhofs wischte sich die Hände ab, nahm den Briefbogen und fragte. “Was ist damit?” “Lies mal, wer sich angemeldet hat”, antwortete Heidi. Luise setzte sich hinter den großen Tisch, den der Vorderegger-Franz mal heraufgebracht hatte, kramte ein wenig umständlich ihre Lesebrille aus dem Etui und begann den Brief zu lesen. “Das gibt's doch gar net”, sagte sie nach einer Weile, “die Kramers aus Ulm.” Heidi nickte. “Und sie wollen gleich vier Wochen bleiben.” “Und die Ulla kommt mit Mann und Kind mit”, fügte Luise hinzu, dann setzte sie ihre Brille ab. “Wann waren die das letzte Mal da bei uns?” Heidi lachte. “Die Frage hab' ich mir auch gestellt und nachgeschaut.” «Und…?» “Vor elf Jahren genau”, antwortete Heidi. “Damals war die Ulla grad mal ein Teenager, der Peter lebte noch und umgebaut war auch noch net.” Vor annähernd zehn Jahren war Luises Sohn und Heidis Mann Peter bei Holzschlägerarbeiten tödlich verunglückt.
88 Druckseiten
Ursprüngliche Veröffentlichung
2020

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