First Contact (Telepolis), Harald Zaun
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Harald Zaun

First Contact (Telepolis)

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214 Druckseiten
Abseits der von der Wissenschaft gänzlich ignorierten kontroversen UFO-Problematik und jenseits aller abenteuerlichen Hypothesen Erich von Dänikens existiert seit 53 Jahren eine wissenschaftliche Teildisziplin innerhalb der Bioastronomie oder Exobiologie, die sich voll und ganz außerirdischen Intelligenzen verschrieben hat. Anfangs noch als unseriös abqualifiziert, hat sich der aus der Radioastronomie hervorgegangene Zweig mit dem Kürzel SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence = Suche nach außerirdischer Intelligenz) in der Science Community derweil etabliert. Es spiegelt den Zeitgeist wider, wenn sich anerkannte Astronomen und Physiker, hierunter auffallend viele Nobelpreisträger, als SETI-Anhänger outen. SETI ist salonfähig geworden und hat in den Elfenbeintürmen Fuß gefasst. Kaum ein ernst zu nehmender Intellektueller und Wissenschaftler zweifelt mehr am Dasein hochstehender Kulturen im All.

Um die Existenz der Extraterrestren nachzuweisen, haben einige SETI-Astronomen derweil mutig die alten Pfade ihrer Vorgänger verlassen und bereits mit hochmodernen Teleskopen nach außerirdischen Artefakten, Alien-Sonden oder interstellaren Raumschiffen gefahndet. Sie haben den Infrarotbereich okkupiert, um Dyson-Sphären aufzuspüren, mit denen Superzivilisationen Sterne ummanteln und deren Energie direkt anzapfen könnten. Zeitgleich fabulieren und spekulieren zahlreiche Theoretiker darüber, wo außerirdische Artefakte vergraben sein und wie sie aufgespürt werden könnten. Längst hat sich ihr Fachgebiet, das vor 30 Jahren das Akronym SETA (Search for ExtraTerrestrial Artifacts) erhielt, zu einer zukunftsträchtigen, ausbaufähigen Teildisziplin von SETI gemausert.

Was es mit der Suche nach extraterrestrischen Artefakten auf dem Mond, dem Mars, im Sonnensystem und darüber hinaus auf sich hat, will dieses Buch anschaulich dokumentieren. Hierbei steht die Frage im Mittelpunkt, mit welchen Techniken und Beobachtungsmethoden die SETA-Wissenschaftler in Zukunft ihre Fahndung nach Relikten von Aliens forcieren wollen, welche bevorzugten Zielregionen sie anvisieren und wo sie bereits verdächtige Strukturen ausgemacht haben.

Jenseits der klassischen SETI-Doktrin operieren aber nicht nur die SETA-Aktivisten, sondern auch die Active-SETI- bzw. METI-Protagonisten (Messaging to Extraterrestrial Intelligence), von denen einige übereifrige Radioastronomen bereits auf Nimmerwiedersehen interstellare Botschaften für ferne Kulturen ins kosmische Blau des schwarzen Universums gesendet haben – sehr zum Ärger der METI-Skeptiker, die nicht zu Unrecht vor allzu großer Sendebereitschaft warnen. Denn wer kann schon ausschließen, dass da draußen nicht angriffslustige Wesen herumgeistern, die sich über allzu freizügige Nachrichten unterentwickelter Kulturen freuen. Könnte uns unsere Sendelust zum Verhängnis werden? Welche Risiken birgt das Versenden von irdischen Botschaften? Und überhaupt: Welche Active-SETI-Programme hat es bereits gegeben, welche Nachrichten wurden versandt?
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