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Michaela Dornberg

Bettina Fahrenbach Classic 18 – Liebesroman

Als der alte Fahrenbach, der eine zunächst kleine Firma im Weinanbau und -vertrieb errichtet und im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Familienunternehmen erweitert hat, das Zeitliche segnet, hinterlässt er ein ziemlich seltsames Testament. Drei seiner Kinder scheinen Grund zur Freude zu haben, Frieder als neuer Firmenchef, Jörg als Schlossherr und Grit als Villenbesitzerin.

Es goß in Strömen. Der Sturm peitschte über den Hof und riß die letzten Blätter von den Bäumen, die ihre nackten, bizarr geformten Äste in den fahlgrauen Himmel reckten. Es war ein Bild, das sich ihnen seit Tagen bot. Bettina hoffte inständig auf besseres Wetter, damit sie wieder nach draußen konnte. Sie vermißte ihre Radtouren, Ausritte und langen Spaziergänge mit den Hunden. Für heute hatte sie auch keine Lust mehr zu arbeiten. Sie wollte zu Leni gehen, sich etwas mit ihr unterhalten, und dann würde sie bei sich im Haus den Kamin anmachen, in die züngelnden Flammen blicken und von Thomas träumen, vielleicht Musik hören oder etwas lesen. Sie schlug den Kragen ihrer Jacke hoch und rannte den hügeligen Weg hinunter auf den Hof. Dort begegnete ihr diese merkwürdige Frau, die nun schon seit mehr als zwei Wochen eines der Appartements im ehemaligen Gesindehaus bewohnte. Bettina wurde aus ihr nicht schlau. Diese Frau redete kaum. Nein, das stimmte nicht ganz. Sie redete nicht mit ihr, mit Leni oder dem Reinigungspersonal. Bettina hatte sie schon in ein Gespräch vertieft gesehen mit Arno, und Toni und ihr Gast hatten schon mehrere Male beisammen gestanden und sich unterhalten. Warum sie sich ausgerechnet den an sich wortkargen Toni als Gesprächspartner auserkoren hatte, konnte Bettina nicht ergründen. Daß sie ihn als Mann anhimmelte oder umgekehrt, das hielt Bettina für ausgeschlossen. Sie winkte ihrem Gast zu, war sich aber nicht sicher, ob die Frau das bemerkt hatte. Bettina war froh, das Haus der Dunkels erreicht zu haben. Sie brachte ihre Jacke ins Badezimmer, um in der Diele nicht alles naß zu machen, dann strich sie sich das nasse Haar zurück, wischte sich das Gesicht trocken. Einen Schirm zu benutzen hätte nichts gebracht, der wäre bei dem Sturm sofort umgeschlagen.
93 Druckseiten
Ursprüngliche Veröffentlichung
2020

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